Wie es kommt, dass man auch mit 19 noch mit seinen Eltern in Urlaub fährt, statt dass man allein oder mit einer gleichaltrigen Freundin, vielleicht sogar mit einem Freund unterwegs ist, jedenfalls mit anderen Teenagern? Es gibt sicher noch andere Gründe dafür. In meinem Fall ist der Grund der, dass ich letztes Jahr durchs Abi gerasselt bin, aber so richtig mit Pauken und Trompeten. Jetzt muss ich die letzte Klasse nachholen – und werde als Strafe für das versäumte Jahr von meinen Eltern verdammt kurz gehalten. In allem – Ausgehen, Taschengeld, Besuch, Kino – und eben auch Urlaub.

Ich kann ja froh sein, hat mein Vater mir erklärt, dass ich unter diesen Umständen überhaupt in Urlaub fahren darf. Sie hätten mich genauso gut als Strafe auch auf den Urlaub verzichten lassen können. Wobei mir das ehrlich gesagt lieber gewesen wäre. Dann hätte ich jetzt zu Hause die Wohnung für mich und könnte wenigstens ein bisschen Freiheit genießen. Stattdessen schlafe ich in einem Extra-Bett im Zimmer meiner Eltern in der Pension, trapse vormittags mit ihnen zum Strand und mache nachmittags langweilige Ausflüge mit ihnen. In Museen, Ausstellungen und lauter so’n Zeug.

Noch dazu ist der Urlaub in Holland. Ich habe nichts gegen Holländer; ich finde ihren Akzent sogar richtig süß. Aber die meisten sprechen zwar etwas Deutsch, aber nicht sehr gut, oder Englisch, was mir gar nicht liegt – und so kann ich mich mit ihnen nicht mal richtig unterhalten. Außerdem würden meine Eltern es mir eh nicht erlauben, junge männliche Holländer kennenzulernen. Falls es davon hier in diesem kleinen Kaff an der Nordsee überhaupt welche gibt. Bisher habe ich nur reife Männer getroffen, und die waren alle Ehemänner und Familienväter.

Der einzige andere Mensch, mit dem ich mich ab und zu unterhalten kann und will, ist die Tochter von den Leuten, die die Pension haben. Sie heißt Femke, sie spricht sehr gut Deutsch, sie ist ein Teeny Girl wie ich, und sie hat gleiche Interessen. Außer dass sie sehr viel braver ist als ich; gerade deshalb gefällt sie meinen Eltern aber auch so gut. Da sie ein Mädchen ist und kein Junge, haben meine Eltern auch nichts dagegen, dass ich mit ihr zusammen bin. Manchmal dürfen wir sogar beide gemeinsam etwas unternehmen, ohne meine Eltern.

Allerdings ganz harmlose Sachen – ein Strandspaziergang oder so etwas. Heute Abend jedoch hat sie sogar meinen Vater dazu überreden können, dass sie mich in eine Pizzeria mitnimmt. Da werden zwar noch andere Teen Girls und Teen Boys sein, das hat sie auch ganz offen zugegeben. Aber in der Öffentlichkeit kann ja nichts passieren, meinte meine Mutter. Und sie glauben, Femke sei im Notfall Aufsicht genug.

Das befürchte ich allerdings auch; wenn Femke dabei ist, wird bestimmt nichts passieren, dazu ist sie viel zu brav. Aber wenigstens bin ich einen Abend von meinen Eltern weg, das ist besser als gar nichts. Und hübsch machen werde ich mich auf jeden Fall auch mal sicherheitshalber; man weiß ja nie …

In meinen knallengen Leggins mit dem Minirock drüber, dem weit ausgeschnittenen Ringelshirt und den schicken Stiefeletten falle ich in der Pizzeria ganz schön auf. Die meisten anderen Teens hier – ich sehe bloß Teenager, ältere Leute scheinen hier nicht hinzukommen – lümmeln sich einfach in Jeans und einfarbigen T-Shirts, höchstens mal mit einem Aufdruck, auf den leider reichlich unbequemen Stühlen.

So starrt man mich ziemlich an; fast so, als ob ich das achte Weltwunder oder ein Marsmensch wäre. Scheinbar selbstsicher erwidere ich die Blicke, obwohl mir in Wirklichkeit ganz schön mulmig zumute ist. Sehr bald wird es aber doch eine ganz lockere Runde, mit Femke und ihren Freunden.

Ein Junge, Daan heißt er, und er ist schon 21, gefällt mir besonders gut. Und das liegt nicht daran, dass er von allen am besten Deutsch spricht; denn das tut er zwar, aber nach ein paar Höflichkeitsfragen beachtet er mich gar nicht weiter. Was mir ganz schön stinkt. Er sieht super aus; und das weiße T-Shirt betont einen ziemlich muskulösen Oberkörper. Dabei hat er Haare, die etwas zu lang sind und ihm immer ins Gesicht fallen, so dass er sie zurückstreichen muss. Absolut sexy!

Dazu noch seine klaren, blauen Augen, sein strahlendes Lächeln – und fertig ist der Traum Boy für Teen Girls wie mich. Bloß dass er nicht mir sein Lächeln schenkt, sondern den anderen weiblichen Teenys am Tisch. Das ärgert mich maßlos, und ich überlege krampfhaft, wie ich seine Aufmerksamkeit erregen kann.

Aber was ich auch versuche – nichts zieht bei ihm. Deshalb habe ich mich mehr oder weniger in den Schmollwinkel zurückgezogen, als wir dann kurz nach zehn Uhr alle aufbrechen. Ich muss um halb elf wieder in der Pension sein, ebenso wie Femke.

Vor der Pizzeria stellt sich heraus, dass Daan uns begleiten wird, weil er denselben Heimweg hat. Und es stellt sich noch etwas anderes heraus – nämlich dass Femke nicht mitkommen wird. Einer der anderen Jungen, Niels, hat den Arm um ihre Schultern gelegt und sieht sie so verliebt an, dass man neidisch werden könnte. Sie bittet mich, einfach ganz langsam zu machen – sie käme in einer Viertelstunde nach und wir würden uns dann direkt vor der Pension treffen.

Na toll – jetzt werde ich also eine Viertelstunde mit einem Jungen allein sein, ganz ohne Aufsicht, in den ich mich auf Anhieb verlieben könnte, der mich aber den ganzen Abend weitgehend ignoriert hat. Das kann ja heiter werden! Immerhin hat Femke mir einen langweiligen Abend mit meinen Eltern erspart, da werde ich ihr den Gefallen schon tun, ihr Alibi zu sein, damit sie eine Viertelstunde mit ihrem Schwarm herumknutschen kann. Wenigstens eine, die kriegt, was sie will.

Langsam setzen Dann und ich uns in Bewegung. Weil ich keine Ahnung habe, wie man eine Viertelstunde Zeit auf einem Weg verplempern kann, der gerade mal zwei Minuten dauert, schlage ich vor, dass wir noch kurz an den Strand gehen. „Ich habe eine bessere Idee“, sagt Daan. Und noch bevor ich ihn fragen kann, welche denn, hat er beide Arme um mich gelegt, mich an sich gezogen und mich geküsst. Danach kann ich ja nun erst rechts nichts mehr sagen.

Zuerst mache ich mich stocksteif, denn das kommt so überraschend, seine Umarmung. Hat er also nur darauf gewartet, bis die anderen weg sind, um mir zu zeigen, dass er mich doch attraktiv findet? Das nervt mich ja schon an. Aber dann schmiege ich mich doch an ihn. Es fühlt sich herrlich an; sein harter, junger Körper und mein weicher junger Körper sind wie füreinander geschaffen. Mein Kopf ruht in seiner Schulterbeuge, meine Hände liegen um seine Taille.

Seine Hände allerdings sind weit weniger zurückhaltend als meine. Zuerst streicheln sie meinen Rücken, dann liegen sie auf einmal um meine Pobacken – und schon hat er mich ganz eng an sich gezogen, bewegt dabei die Hüften, und ich spüre etwas Hartes gegen meinen Rock. Etwas oberhalb der Stelle, wo es bei mir jetzt ganz gewaltig zu pochen anfängt …

Es muss daran liegen, dass Daan zwei Jahre älter ist als ich; er weiß genau, was er tun muss. Langsam zieht er meinen Rock hoch, und schon stecken seine Hände in meinen Leggins, unter denen ich nichts anhabe. Und das auf offener Straße! Ich will protestieren, aber das, was er jetzt mit mir macht, das nimmt mir den Atem, ich kann nicht sprechen. Ich hänge an seinem Arm wie eine halb Ohnmächtige, während er sich von hinten mit sehr geschickten Fingern genau der Stelle nähert, an der das Pochen am stärksten ist.

Immerhin ist er vorsichtig genug, mich anschließend in einen dunklen Hauseingang zu ziehen. Dort legt er dann aber erst richtig los. Ehe ich auch nur richtig Luft holen kann, hängen meine Leggins in den Kniekehlen. Sehr forsch und sehr drängend reibt er sich mit seinem Schritt an meinem, und als ich gar nicht reagiere – ich bin wie gelähmt – öffnet er selbst seine Hose, holt das heraus, was ich die ganze Zeit schon so hart gespürt habe.

Erst als ich seinen Schwanz direkt zwischen meinen Beinen fühlen kann, löse ich mich aus meiner Erstarrung. Aber nicht etwa, um jetzt empört zurückzuweichen oder um Hilfe zu schreien. Oh nein! Ich lege beide Hände um seinen Schaft, während seine Hände noch immer an mir herumfummeln.

Auch wenn ich reichlich ungeschickt bin und ersichtlich viel weniger Erfahrung habe als er schaffe ich es, ihn zum Kommen zu bringen; ebenso wie er mich. Wie berauscht hänge ich anschließend in seinem Arm. Er stützt mich, hilft mir, meine Kleidung wieder zurechtzuzupfen, und beseitigt mit seinem Taschentuch diverse Flecken. Was ich richtig lieb von ihm finde. Er ist halt wirklich ein Boy zum Verlieben, der sich nicht einfach nur sein erotisches Vergnügen holt, sondern auch nachher noch nett ist.

Wir unterhalten uns auf dem kurzen Weg auch noch über richtig interessante Sachen, und als wir an der Pension ankommen, erwartet uns eine völlig aufgelöste Femke. Inzwischen ist es nämlich schon beinahe Viertel vor elf. Ich weiß gar nicht, wohin die Zeit verschwunden ist. Mühsam beruhige ich Femke. Daan bietet sogar an, mit hineinzukommen und unser Zuspätkommen mit irgendeinem erfundenen Vorwand zu erklären.

Das wäre allerdings nun ganz sicher kontraproduktiv; da verlasse ich mich lieber darauf, dass Femke und ich einfach behaupten, wir hätten uns in der Pizzeria verquatscht. Allzu schlimm kann das Donnerwetter meiner Eltern nicht werden, und ihrer ebenfalls nicht. Erstens sind wir nur ein bisschen zu spät, und zweitens waren wir ja beide wechselseitig unter Aufsicht; es konnte also überhaupt nichts passieren …

Als Daan aber anregt, dass Femke und ich am nächsten Abend wieder in die Pizzeria kommen sollen, da stimmen wir beide nur zu gerne zu. Hoffentlich erlauben es uns ihre und meine Eltern; auch wenn wir jetzt zu spät kommen werden. Immerhin wissen sie ja nicht, dass wir morgen Abend ganz bestimmt nicht bis zum Heimweg warten müssen, um uns der gegenseitigen Aufsicht zu entziehen!